Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT
Feuerwehr- und Kulturhaus,
Frauenmuseum
Hittisau, AT
2000
Jurybegründung
Das Feuerwehr- und Kulturhaus in Hittisau entstand aus einer ungewöhnlichen Bauaufgabe. Die Verbindung von Feuerwehr und Kulturhaus erscheint zunächst widersprüchlich. Gerade aus diesem Spannungsfeld entwickelt das Projekt seine besondere Stärke und schafft einen Ort, der bis heute fest im öffentlichen Leben der Gemeinde verankert ist. Die Qualität des Entwurfs liegt im präzisen Umgang mit der Topographie. Anstatt das schwierige Grundstück zu nivellieren, wird der Geländeversprung genutzt, um zwei eigenständige Funktionsbereiche übereinander zu organisieren. Die Feuerwehr orientiert sich funktional zum Einsatzhof, während sich die Kulturbereiche mit gro.zügigen Verglasungen und Ausblicken zum Dorf öffnen. So entstehen zwei Adressen, die unabhängig voneinander funktionieren und dennoch ein gemeinsames Haus bilden.
Ein einfacher Baukörper, eine konsequente Organisation und eine präzise Materialwahl schaffen Räume von hoher Qualität. Die Feuerwehr erhält robuste Bereiche aus Beton, Stahl und Glas. Darüber entwickelt sich eine vollständig in Holz ausgeführte Kulturlandschaft mit Bibliothek, Ausstellungsräumen, Musikprobelokal und Veranstaltungsflächen. Auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert funktioniert die ungewöhnliche Nutzungsmischung überzeugend. Die Holzfassade hat Patina entwickelt, ohne ihre Präsenz zu verlieren, und die räumlichen Qualitäten sind unverändert spürbar.
Die Jury zeichnet ein Gebäude aus, das aus Einfachheit, Präzision und Mut zur Nutzungsmischung eine dauerhafte architektonische Qualität entwickelt hat.
Fotos: Sebastian Schels
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